Aktualisiert am 01.05.2010
Emden / 1. Plattdeutsches Theatertreffen
„Wunnen hebben wi all !“
Aseler Jugendbühne gewann 1000,- DM
Vom 29. März 1991
Mit der großen Preisverleihung ist gestern das 1. Plattdeutsche Theatertreffen zu Ende gegangen. Haben sich die Erwartungen erfüllt?
Es war der Vorsitzende des Drittplazierten, der Theatergruppe Blau-Weiß-Borssum, Wessel Rohlfs, der die geeigneten Worte nach Abschluss des Wettbewerbs um den plattdeutschen Theaterpreis der IG Metall fand. „Wunnen hebben wi all!“ rief er den Besuchern zu und fand begeisterten und lautstarken Widerhall, denn Rohlfs meinte damit nicht nur die teilnehmenden Bühnen, sondern vor allem die plattdeutsche Sprache, deren Förderung der Wettbewerb zuförderst diente.
So stark war der Eindruck, den das gut besuchte Fest der Sprache hinterlassen hatte, dass der 1. Bevollmächtigte der Emder IG Metall, Uwe Schmidt, meinte: „Jeder geht davon aus, dass es ein zweites plattdeutsches Theatertreffen geben wird.“
Eine endgültige Entscheidung wird allerdings erst im Herbst fallen, denn die finanziellen Gegebenheiten müssen geklärt werden. Immerhin hat die IG Metall nicht nur den mit 10 000 Mark dotierten Wettbewerbs-Preis ausgeschrieben, sondern auch die Veranstaltung selber gesponsert. Von mehr als 30 000 Mark war dabei die Rede.
Auch die VHS will weitermachen. „Das Filmfest und das Theatertreffen. Dann muss allerdings auch Schluss sein. Mehr ist organisatorisch nicht drin“, meinte VHS-Leiter Dietrich Burggraf im Gespräch mit der Emder Zeitung. Burggraf und auch Schmidt deuteten an, dass ein 2. Fest zum Emder Stadtjubiläum 1995 möglich sein könnte. Wenn es auch danach fortgesetzt werden sollte, müssten allerdings die Abstände vergrößert werden.
Eine schöne Geste war es, dass die IG Metall sich entschloss, neben den drei Preisträgern – Leer, Wiesmoor und Borssum – auch die Leistung der Jugendbühne Asel anzuerkennen und einen Sonderpreis von 1000 Mark auszuloben. Die Bühne bemüht sich um Förderung der plattdeutschen Sprache an der Basis. Die Entscheidung wurde mit lautstarkem Beifall begrüßt.
Viel Amüsement bereitet Gudrun Hamacher vom Geschäftsführenden Hauptvorstand der IG Metall aus Frankfurt mit einer Rede im Ruhrpott-Dialekt. Für die Jury begründete Sprecherin Cornelia Nath die Entscheidung für die Leeraner: „Etwas heel Besünneres!“
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Stephan Janßen
E-Mail: » WebDesignAsel
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