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Aktualisiert am 01.05.2010

 

Asel wird schon im Jahr 1343 erwähnt
Eine der wenigen noch vorhandenen Granitquader-Kirchen in Ostfriesland


Vom 10.April 1976

Nach Dose, Eggelingen und Abickhafe wird die Reihe der Veröffentlichungen der Flurnamensammlung für den Landkreis Wittmund in dieser Ausgabe der „Friesischen Heimat“ fortgesetzt mit den Ergebnissen aus der Gemarkung Asel.

Asel gehört zu den ganz alten Dörfern im Raume Wittmund. Urkundlich erwähnt wird es zum Beispiel im Jahre 1420 (Ostfriesisches Urkundenbuch, Band III, Nr. 312) in einem Verzeichnis der Güter und Kirchen des Bremer Domscholasters – Stader Copiar - . Danach unterstanden der Sendkirche in Wittmund die Kirchen in Middels (Myddelszen), Blersum (Pledderszen), Funnix (Ffunneckesze), Berdum (Bordum), Eggelingen (Ickkelynck), Asel (Aszele) und Isums (Isebensze).

Einer weiteren, noch heute im Niedersächsischen Staatsarchiv in Aurich erhaltene Urkunde vom 28. August 1473 (Ostfriesisches Urkundenbuch, Band III, Nr. 560) ist zu entnehmen, daß Ritter Sibo von Dornum, Häuptling von Esens, Stedesdorf und Wittmund bekundete, daß der junge Fredemer zu Dunum an Cord Asmer und dessen Erben sechseinhalb Diemat Landes zu Asele für 69 Arensgulden verkauft und das Geld vollständig erhalten hätte.

Aus dem ebenfalls noch im Staatsarchiv erhaltenen Testament des Häuptlings Hicko Boings von Werdum vom 1. Oktober 1491 (Ostfriesisches Urkundenbuch, Band III, Nr. 649) geht hervor, daß Hicko damals auch die Kirche in Asel bedachte.

Die älteste Urkunde, in der Asel genannt wird, ist aus dem Jahre 1343 bekannt.

Bei den ermittelten Aseler Flurnamen handelt es sich in erster Linie um Bezeichnungen, die auf geographische sowie natur- und kulturkundliche Merkmale hinweisen und verhältnismäßig leicht zu deuten sind. Namen mit historischem Bezug sind dagegen ausgesprochen selten.

Zu den Flurnamen im Einzelnen: Bei der Siedlung „Klinge“ nördlich von Asel handelt es sich um ein früheres herrschaftliches Grashaus, zu dem einst Ländereien zur Größe von zusammen 62 Diemat gehört haben sollen (vgl. die Flurnamen 2, 6, 7). Nach der Landesbeschreibung des Harlingerlandes von Balthasar Arend soll die Siedlung Klinge ursprünglich als „Klimpe“ bezeichnet worden sein. Das Grashaus wurde jedenfalls im Jahre 1676 an den Drosten zu Esens und Wittmund, Timon Johann Linteloh, verkauft. Vermutlich bei diesem Anlaß erhielt der Hof die adeligen Freiheiten. Im Jahre 1733 kam der Hof samt Ländereien in den Besitz Thomas Eppen Cramers, dessen Erben das Gut im Jahre 1798 an den Hausmann H. H. Oncken veräußerten.

Bei Hornum (vgl. die Flurnamen 12, 15, 16, 17, 23, 24) hat es sich ursprünglich auch um ein adeliges Gut gehandelt. Unbekannt ist, wann und aus welchem Grunde dem Gut diese adeligen Freiheiten beigelegt worden sind. Balthasar Arend jedenfalls bezeichnet diese Örtlichkeit schon als ein „Herren Graßhaus zum Horn“. Gelegenheit ist für Hornum auch die Bezeichnung Horum gebräuchlich.

Der im Volksmund so geläufige Flurname „Südwendung“ (36, 37) ist ein etwas verfälschter Ausdruck für die „Sietwendungen“. „Sietwendung“ ist die Bezeichnung für die kleinen, niedrigen Deiche, wie sie an der Grenze zum Jeverland (zum Beispiel bei Eggelingen) und im Jeverland selbst häufig zu finden sind.

Bei dem Aseler „Hilgenland“ (38, 40) handelt es sich um alte Kirchenländereien. Die so hervorragend fotogene Aseler Kirche ist eine der wenigen noch erhaltenen Granitquaderkirchen in Ostfriesland. Erbaut worden ist sie mit großer Wahrscheinlichkeit im zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts. Den etwa vier Meter südlich der Kirche stehenden Glockenturm errichtete man im Jahre 1661 aus Backsteinen seines Vorgängerbaues.

Der Name „Köterriege“ (98) für eine Straße im heutigen Asel ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, daß mit alten Bezeichnungen – in Straßennamen gekleidet – die Erinnerung an ursprüngliche Siedlungsformen lebendig gehalten werden kann. „Köterriege“ kennzeichnet nämlich den Weg, an dem sich einst die Köter niedergelassen haben.

Nicht nur das Kirchenwesen, sondern auch das Schulwesen hat in Asel eine sehr lange Tradition. Vom Schulbetrieb im Dorfe liegen die ältesten Nachrichten aus dem frühen 18. Jahrhundert vor. Im Zuge der Zentralisation des Schulwesens wurde jedoch die Aseler Volksschule im Jahre 1970 aufgehoben. Jetzt gehört das Gebäude zum kirchlichen Freizeitheim (vgl. die Flurnamen 95, 96)

143 Flurnamen von Asel sind bekannt

1824 hatte das Kirchspiel Asel 333 Einwohner

Asel liegt an der östlichen Grenze des Kreises Wittmund, nördlich und südlich der Bundesstraße 210 von Aurich nach Sande.

Die Gemarkung ist 736 ha groß. Heute ist Asel ein Teil der Einheitsgemeinde Wittmund. Nach den Feststellungen der Reichsbodenschätzung, die in Asel im Jahre 1947 durchgeführt wurde, besteht der größte Teil der Gemeinde aus alluvialen Marschbildungen, davon größtenteils aus älterer verknickter Marsch. In der nördlichen bzw. nordwestlichen Gemeindehälfte wurde jüngere, im nahen Untergrund noch kalkhaltige Marsch vorgefunden, die aus der Verlandung der Harlebucht stammt. In der Ortslage und südlich bis südwestlich davon befindet sich ein Geestrücken aus dem älteren Diluvisum.

Es war in zwei Bauernschaften eingeteilt. Für Asel, Klinge, Nortis, Horst und Dohusen war damals Mamme J. Jacobs aus Asel der Bauermeister. Während für Hohehörn, Hornum und Schluis Gerd Ufken Willms als Bauermeister fungierte. An Herd- oder Feuerstellen waren 67 vorhanden (Staatsarchiv Aurich – Rep. 34 a – 4100). Bei der Volkszählung am 5.12.1917 gab es 70 Haushaltungen mit 279 Einwohnern. Heute hat Asel 385 Einwohner. Außer den bereits genannten Wohnplätzen führt das amtliche Wohnplatzverzeichnis von Niedersachsen von 1964 noch folgende W. an: Aseler Warf, Barg, Mühle, Steinhamm, Steinhof.
Wie schon bei den vorhergehenden Veröffentlichungen wurden auch hier die Flurnamen aus den amtlichen Unterlagen der Hannoverschen Grundsteuervermessung (1. Hälfte des vorigen Jahrhunderts) und aus der Preußischen Grundsteuervermessung (1876) entnommen. Von den 28 Flurnamen der Lüpkes-Sammlung, konnten 3 noch nicht örtlich bestimmt werden. Sie sind am Schluß der Zusammenstellung aufgeführt.

Aus den alten Gemeindeprotokollen und den Liegenschaftsakten der Kirchengemeinde wurden noch einige Flurnamen festgestellt.

Vier Abwässerungsmühlen in Asel
Über Entwässerungsprobleme und die ursprünglich vier Abwässerungsmühlen in Asel berichten die Akten des Staatsarchivs. Näheres hierüber bei den betreffenden Flurnamen. In diesen Akten wurde auch eine alte Karte von Wittmund und der östlichen Umgebung entdeckt. Sie ist von W. Camp. Capit. Ing. u. im Jahre 1799 vermessen. Sie zeigt sehr schön die damaligen Ortsverbindungen (siehe Repro). Durch die gute Mitarbeit des Ortsvorstehers Siebelt Bruhnken und von W. Bennen, W. Konken sowie von Siebelt u. Hayo Schmidt wurden die noch im Volksmunde bekannten Flurnamen soweit wie möglich ermittelt. Dafür danke ich allen.

In Asel wurden 140 Flurnamen festgestellt.

 

 

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Stephan Janßen
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