Aktualisiert am 01.05.2010
Hermann Bennen bleibt Bürgermeister
SPD verzichtete trotz absoluter Mehrheit auf eigenen Vorschlag
Vom Oktober 1968
Asel. Zur konstituierenden Sitzung des Gemeinderats konnte der bisherige Bürgermeister Hermann Bennen alle sieben Ratsmitglieder begrüßen. Vier Ratsherren sind über die Liste der SPD in den Rat gekommen, drei gehören der Freien Wählergemeinschaft Asel an. Sechs Mitglieder gehörten bereits dem alten Rat an, als „Neuer“ ist der Buchdrucker Hermann Hinrichs in das Gemeindeparlament eingezogen.
Nach Verpflichtung der Ratsherren und Feststellung der Gültigkeit der Wahl übernahm Ratsältester Gerhard Tholen den Vorsitz zur Wahl des neuen Ratsvorsitzenden. Ratsherr Bruhnken schlug Wiederwahl von Hermann Bennen vor. Die SPD verzichtete erneut auf die Benennung eines Ratsvorsitzenden, obgleich sie die absolute Mehrheit hat. Ratsherr Wedekämper gab hierzu als Begründung an, daß man damit rechnen müsse, daß die Gemeinde in einigen Jahren im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform ihre Selbständigkeit verlieren könne. Es sei somit nicht ausgeschlossen, daß dies der letzte Gemeinderat in Asel ist.
Wedekämper hält es daher für unzweckmäßig, einen neuen Bürgermeister zu wählen, der nicht nur erster im Rat sei, sondern auch als ehrenamtlicher Gemeindedirektor die Verwaltungsarbeit zu erledigen habe. Der bisherige Bürgermeister Bennen kenne diese Verwaltungsarbeiten in den einzelnen Punkten und habe guten Kontakt zu den zuständigen Behörden und Dienststellen. Wedekämper unterstütze daher die Wiederwahl des Landwirts Hermann Bennen. Die Wahl erfolgte einstimmig. Der Bürgermeister nahm die Wahl an und dankte für das Vertrauen. Er hat bereits 21 Jahre die Geschicke der Gemeinde geleitet und hofft, 25 Jahre voll zu bekommen.
Ratsherr Wedekämper gab im Laufe seiner Erörterungen noch einen kurzen Überblick über die Tätigkeit des Gemeinderats in den letzten vier Jahren. Die Gemeinde habe bedeutende Leistungen, insbesondere im Straßenbau, vollbracht. Als Straße ausgebaut wurden der Weg Streek, der Osterhammsweg, der Horster Weg und der Burmönker Weg. Die Mühlenstraße von Nortis bis zur Mühle wurde mit einer Teerdecke versehen. Ferner konnten eine kleine Kapelle gebaut und die Schuttkuhle mit erheblichen Kosten neu eingerichtet werden.
Wenn die Gemeinde zu diesen Maßnahmen auch erhebliche Zuschüsse vom Landkreis erhalten habe, so musste sie doch tief in die Tasche greifen. Wedekämper hob hervor, daß der Gemeinde dies, obgleich die Anforderungen an sie ständig gewachsen und Löhne und Preise gestiegen seien, ohne Erhöhung der Steuern nur möglich gewesen sei, weil der Gemeinderat gut zusammengearbeitet habe und die Gemeindemitglieder sich bei öffentlichen Arbeiten, so u. a. bei der Unterhaltung von Wegen, Grüppen und Gräben, uneigennützig und unentgeltlich zur Verfügung gestellt hätten. Die Selbstverwaltung der Gemeinde habe sich somit bewährt. Die Gemeinde hoffe, auch im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform ihre Selbständigkeit zu behalten.
Der bisherige 1. stellvertretende Bürgermeister Gerhard Tholen, der am nächsten Tage sein 75. Lebensjahr vollendete, verzichtete aus Alters- und Gesundheitsgründen auf seine Wiederwahl. Als 1. stellvertretender Bürgermeister wurde der Pensionär Heinrich Wedekämper, als 2. stellvertretender Bürgermeister der Maurer Heinz Pietsch, beide SPD, einstimmig gewählt. Protokollführer blieb Wedekämper. Die Fachausschüsse wurden in der üblichen Weise gebildet. Nach Erledigung der Formalitäten trat der neue Gemeinderat sofort in die Tagesordnung ein. Als besonderer Punkt der Tagesordnung wurde beschlossen, die Straße „Am Brink“ mit einer neuen Bitumendecke zu versehen.
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Stephan Janßen
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