Asel hatte immer mit dem Wasser zu tun. So verwundert es
nicht, dass der Name des Dorfes damit in Bezug gebracht wird. A = aqua (Wasser)
und Sel = Salz gleich „Salziges Wasser“. Gesicherte Erkenntnisse über den Namen
Asel gibt es aber nicht, dafür aber verschiedene Schreibweisen in alten Urkunden
und auf Landkarten wie zum Beispiel Asele oder Asle. Die Herkunft des Ortsnamens
ist nicht abschließend zu klären. Es wird eine Herkunft aus Ase-lâ mit der
Deutung „Götterhain“ vermutet (aus Altniederdeutsch/Altenglisch as, os
„Gottheit“ und Altfriesisch/Altniederdeutsch lâ, lôh „Wald“, „Gehölz“).[
In vorchristlicher Zeit hatte der Geestrücken, auf dem das Dorf im 11.
Jahrhundert angelegt wurde, Inselcharakter. Die Besiedlung konnte erst erfolgen,
als man gelernt hatte, die unfruchtbare Geest durch Plaggendüngung nutzbar zu
machen. Sie erfolgte von einer südlich gelegenen Warf, der Aseler Warf (nach dem
Geschichtsschreiber Balthasar Arends früher „Basel“ genannt).
Um 1200 wurde auf dem höchsten Punkt der Geestinsel aus mächtigen
Granitquadersteinen, die aus Findlingen geschlagen wurden, die Dionysii-Kirche
erbaut. Aber bereits 1124 existierte in der niedrigen Marsch ein Vorwerk,
genannt „Villa Enaklingha“ (heute „Die Klinge“), das zum Kloster Rastede
gehörte. Im 14. Jh. kommt es zu mehreren Sturmfluten. Die schwerste davon, die
Dionysii-Flut von 1362, erweitert die Harlebucht bis hinter Asel, so dass das
Dorf zu einer Insel in der Harlebucht wird. Die „Klinge“ geht, so muss vermutet
werden, in den Fluten unter. Schon bald wird um Asel herum ein weitläufiger
Runddeich angelegt, von dem aus Querdeiche zur hohen Geest im Westen und dem
Seedeich im Osten, der „Sietwendung“, angelegt werden. Spätestens im 15. Jh. ist
Asel wieder „Festland“. Durch die Katastrophe haben sich aber die politischen
Verhältnisse geändert. Gehörte Asel bis dato noch zu Östringen mit Jever als
Hauptort, wird Asel ab 1400 unter Wittmund geführt.
Die Wittmunder Häuptlingsfamilie Kankena errichtet im 15. Jh. in Klinge anstelle
des Kloster-Vorwerks eine Wasserburg. Es war ein Steinhaus, das von einem
breiten Graben umgeben und nur über eine Zugbrücke zu erreichen war. Eine zweite
Burg könnte Dohusen zwischen Asel und Wittmund gewesen sein. Durch den Anschluss
des Harlingerlands an Ostfriesland im Jahre 1600 geht „Klinge“ an den
ostfriesischen Grafen, im 18. Jh. erfolgt eine Privatisierung.
Das tief gelegene, stellenweise nur 30 cm über NN liegende Marschland um Asel
herum hatte immer wieder unter Überschwemmungen zu leiden. Als die Jeverländer
1710 den alten Seedeich, die Sietwendung, durchstachen, um ihr Wasser in die
Gegend um Asel und Eggelingen abfließen zu lassen, kam es fast zu kriegerischen
Auseinandersetzungen zwischen den damals selbstständigen Ländern Jever und
Ostfriesland. Als die Aseler versuchten, die Abdämmung wieder zu errichten,
wurden sie von jeverschen Soldaten vertrieben. Der ostfriesische Graf setzte
daraufhin 70 Soldaten und zwei Kanonen von Aurich aus in Marsch. Die Jeverländer
zogen sich zurück, und so konnten die Ostfriesen die Abdämmung wieder
aufrichten. Die Jeverländer hatten allerdings ihr Ziel erreicht und waren ihr
Wasser los geworden.
Aus dieser Begebenheit wird ersichtlich, dass Asel im Grenzgebiet zum
„ausländischen“ Jeverland lag. So war auch eine Zollstation in Schluis (=
Schleuse) eingerichtet. Die nur drei Häuser in Schluis gehörten zu drei
verschiedenen Gemeinden: eines zu Asel, eines zu Eggelingen und eines zu Wiefels
im Jeverschen. Um Herr über das Wasser zu werden, errichtete man in der Gemeinde
Asel vier Wassermühlen. Eine davon wurde im 18. Jh. zu einer
Galerieholländer-Peldemühle umgebaut. Diese Mühle wurde 1927 durch Blitzschlag
vernichtet.
Asel hat eine bedeutende Kirchengeschichte. 1539 predigte hier einer der drei
Reformatoren des Harlingerlandes, Mamme Folkardus. Er war ein großer „Eiferer“
und ließ alles an die katholische Zeit erinnernde Inventar aus der Kirche
entfernen und unter großer Anteilnahme der Jugend auf dem Kirchplatz verbrennen,
so berichtet der Geschichtsschreiber Balthasar Ahrens.
1929 wurden in Asel die ersten Jugendfreizeiten abgehalten. Daraus entwickelte
sich die heutige moderne kirchliche Jugendbildungsstätte, die behindertengerecht
ausgebaut wurde und Jugend- und Erwachsenengruppen für Wochen oder Tage
Unterkunft bietet. 1970 wurde die Schule geschlossen, 1972 erfolgte die
Angliederung an die Stadt Wittmund und damit endete die politische Geschichte
Asels. Als Ersatz für Gemeinderat und Bürgermeister bekam Asel einen
Ortsvorsteher. 1978 wurden Dorfkneipe und Tante-Emma-Laden geschlossen, die
letzten Dorfhandwerker hatten schon vorher aufgegeben. Im eigentlichen Dorf
südlich der B 210 gibt es seit kurzem auch keine Landwirtschaft mehr.
Vereinsmäßig lief schon lange nichts mehr. Mit der Gründung des AWO-Ortsvereins
im Jahre 1978 wurde ein neuer Anfang gemacht. Weiter aufwärts ging es 1985 mit
der Gründung des Heimatgeschichtlichen Arbeitskreises. Dieser bestand aus einer
Handvoll Aseler Bürger, die sich kompetent genug fühlten, aktuelle Probleme
aufzugreifen und wenn möglich, zu lösen. Durch ihre Initiative bekam Asel ein
Dorfgemeinschaftshaus mit einem großen Dorfplatz und einem Backhaus. Dieses Haus
wird heute durch den 1988 gegründeten Bürger- und Heimatverein getragen. Durch
die Nähe zu den Städten Wittmund (3 km) und Jever (5 km) haben weitere Vereine
im Dorf keine Chance, nur noch ein Beerdigungsverein und die Jagdgenossen
konnten sich neben dem Bürgerverein halten.
Mit dem gleichnamigen Dörfchen Asel in Hessen am Edersee wurden
freundschaftliche Beziehungen geschlossen, Asel bei Hildesheim wurde ebenfalls
kontaktiert. Interessant ist, dass es viele Menschen gibt, die den Namen Asel
tragen. Sie wohnen hauptsächlich in der Pfalz, in der Nähe von Kaiserslautern.
Aber auch in den USA leben viele deutschstämmige Bürger namens Asel.
Nachdem Asel lange Zeit im Schatten der Kreisstadt Wittmund einen
„Dornröschenschlaf“ gehalten hatte, wurde die Ortschaft mit der Dorferneuerung „wachgeküsst“.
Es wurde ein Buswendeplatz angelegt, die Ortschaft bekam Kanalisation und die
meisten Straßen wurden vortrefflich ausgebaut. Der Glockenturm wurde
restauriert, Kirch- und Schulwege wieder hergestellt, Parkplätze angelegt. Ein
Baugebiet im Westen ist inzwischen vollständig bebaut, so dass am Gastweg
inzwischen ein zweites Baugebiet erschlossen wurde.
Asel ist heute eine gute Adresse, so dass auch einige Betriebe wieder den Weg
nach hier gefunden haben. Dieses schlägt sich auch in der Einwohnerzahl nieder.
1994 hatte Asel noch 383 Einwohner, heute sind es 515. Durch die ev.-luth.
Jugendbildungsstätte ist Asel weit über seine Grenzen bekannt. Hier wurde unter
Anleitung von Fachkräften ein Holzhaus von Jugendlichen gebaut, wo bis zu acht
junge Menschen für ein Jahr leben können (Projekt LiA = Leben in Asel) und auch
das Dorfgemeinschaftshaus sorgt dafür, dass es wieder aufwärts geht. Hier finden
dörfliche Feiern statt wie z. B. das Dorffest
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Stephan Janßen
E-Mail: » WebDesignAsel

