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Auf einen Blick

 

Im Garten

Lustige Begebenheiten

schönstes Weihnachten

Weihnachten ohne Spinat

Gibts den Weihnachtsmann?

 

Im Garten: „Sich regen bringt Segen“
Döntjes aus dem Dorfleben…
 

An einem heißen Sommertag hatte ich kurz vor dem Mittagessen angefangen, den Garten umzugraben. Eigentlich wartete ich nur darauf, dass die Mittagsglocken läuten würden. Aber es sollte noch eine Zeit dauern, und die Sonne brannte…
Schließlich stieß ich den Spaten in die Erde, Feierabend – dachte ich. Doch plötzlich sah ich dort, wo ich den Spaten in die Erde gestoßen hatte, etwas glitzern. Ich fand ein Geldstück, ein 50-Pfennig-Stück aus dem Kaiserreich, machte es sauber, blickte gen Himmel und sagte: „Ja, doch, mein Gott, ich mache ja schon weiter!“ Als ich nämlich das Geldstück sauber hatte, fand ich dort einen Schriftzug mit dem Inhalt „Sich regen bringt Segen!“

Später erzählte ich meinem Nachbarn Wilke Konken stolz von meinem Fund; er schmunzelte und guckte mich dann nur mitleidig an und meinte: “Denn kumm man eben mit, mien Jung!“ Ich ging mit ihm auf seinen Boden; dort nahm er eine große „Schatztruhe“, öffnete sie und meinte: „Griep man eben rin und nehm di´n Handvull mit.“ Er hatte dort unzählige alte Groschen drin verwahrt, alle aus dem Kaiserreich um 1900. Ich war ganz schön frustriert.

Gartenarbeit ist ein dankbares Thema, so scheint es. Ein anderes Mal, auch diesmal wieder bei brütender Hitze, harkte ich den gegrabenen Acker, als Stefan Gruner, ein Nachbarsjunge, alle paar Minuten auftauchte und mich fragte: „Na, macht es noch Spaß?“ Schließlich wurde es mit zu bunt und ich sagte zu ihm: „Das macht mir sogar einen Riesenspaß, weil ich alle Naselang etwas finde… manchmal alte Geldstücke, manchmal sogar Goldstücke!“

Ich hatte es noch nicht ganz ausgesprochen, als ich plötzlich einen größeren Stein in meiner Harke hatte. Keiner war verwunderter als ich: auf den ersten Blick sah ich, dass dieser Stein golden glitzerte. „Du hast gerade so ungläubig geguckt; hier mein Junge, was ist das wohl?“ Stefan warf einen Blick auf den Stein, seine Gesichtszüge entgleisten ihm. Er warf sich auf sein Fahrrad – und ward nicht mehr gesehen.

Auch das mit dem Geldfinden war nicht an den Haaren herbeigezogen. Ich hatte mit der Zeit ein Auge dafür entwickelt, alte Geldstücke zu finden. Unter anderem fand ich einmal das hier oben abgebildete Geldstück. Es ist extrem dünn und muss schon lange in der Erde gelegen haben. Auch ein Viertelstüber war unter den Fundsachen. Einmal fand ich einen Ton-Pfeifenkopf, der in Holland hergestellt worden war. Leider war er nicht mehr vollständig.

Das sind alles Sachen, die ich in meinem Garten an der Köterriege gefunden habe. Es lohnt sich also, die Augen aufzuhalten bei Gartenarbeiten, vor allem im Hochsommer bei brütender Hitze.

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Lustige Begebenheiten, die das Leben schreibt, werden immer wieder gern gelesen, darum sollen sie auch in diesem Buch nicht fehlen.

Einige Aseler „Jungmänner“ hatten in den Heckscheiben ihrer Autos den provozierenden Spruch „Aseler dürfen das“. Als einen Tages einer der Jungs wegen stark überhöhter Geschwindigkeit in einer Ortschaft erwischt wurde, wurde ihm von den Ordnungshütern offeriert, dass ihm für diese Sache wohl für einige Wochen der Führerscheinentzug ins Haus steht, denn: „Der Richter darf das!“
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Jeden Morgen machte sich Otto Siuts auf zum „Kontrollgang“ durch das Dorf; man konnte die Uhr nach ihm stellen. Ob Zufall oder nicht: meist traf er auch immer dieselben Leute, so auch „Tant Nelly“. Sie stand vor ihrem Haus und wartete schon auf Otto, um ihre Klage loszuwerden. Ihre größte Sorge war immer, dass man immer älter werde. Eines Tages platzte Otto jedoch der Kragen: „Verdamm noch mal. Wenn Du nicht alt werden willst, musst Du Dich eben jung aufhängen.“

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Einmal war Otto Gruner im Südkreis, um dort bei einem Bauern Vieh aufzukaufen. Die Hausfrau bat ihn in die Küche: „Du magst ja woll´n Sluck!“ Nun war ihm von vorherigen Besuchen bekannt, dass es nicht die saubersten Leute waren, und auch jetzt war das Äußere der Frau nicht unbedingt vertrauenserweckend. „De harr´n Schuud an, de weer glänzend un stunn richtig as´n Reifrock van hör Liev af“, erzählte Otto. In d´Köken ankamen, haal se twee Sluckglös ut de Schapp un reev se in hör Schuud „sauber“. „So“, see se, „nu sünd se sauber, wenn de lang nich bruukt word, sammelt sük doch immer ´n beten Stoff an.“ Se schunk ´n Sluck in un reich de Otto to. De nehm dat Glas un schütt de Inhalt över sein Schuller ut. De Olsk keek, leet sük aber nix marken, un schunk Otto noch een in. „Up een Been kann `n nicht stahn“, meen se. Un weer schütt Otto de Sluck över sein Schuller ut. Nu kunn den Olsk aber nich an sük halen:“Otto, wat maakst du mit de lecker Sluck?“ De keek hör verschmitzt an un dorch bi sük, nu sall dat Glas woll sauber ween: „Och, du weest ja, de eerst beid Sluck smeckt ja nich. Nu schenk mi man noch een in, de sall mi woll smecken.“

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Eenmal weer Otto ok bi ´n Buur. As he in de Köken keem, seet dor´n Katt, un de verfehr sük so, dat se mit´n Satz an de Gardinen sprung. Dor hung se nu un dor wull se denn weer rünner. De Katt leet sük fallen un lann in `n grood Kuum mit dick Rohm. Mit en Griff harr de Burenfroo de swart Katt in de Nack to packen un mit de anner Hand Streev se hör af. „Wi willt dor schließlich noch Botter van maken!“

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Un denn weer dor noch de Geschicht mit de lütt Jung. De seet in de Köken vör `n groten Kuum Rohm un puust du immer rin. „Jung, wat maakst du dor?“ froog de Moder. „Mama, ik puust de Flegen in den Rohm, dor suupt se denn af un wi sünd se los!“

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Eenmaal weer Otto bi ´n Buur, de harr in d´Köken Waterleitung verleggt. „Fall dor man nich rin, wi harrn noch kein Tied, dat weer dicht to maken.“ „Ja, mien Gott“, see Otto, „dat is doch al ´n ganzen Sett her mit de Waterleitung.“ „Ja, dat woll. Aber dat is ja so hannig. Wenn wi de Köken saubermaakt, könt wi dat Schiet glieks in dat Look fegen. Noch twee Johr un dat Look is van sülvst dicht.“

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Maal keem Otto in en Burenhuus. In d´Flur stunn ´n Glasschapp un dorin stunnen Kinnerstevels, över un över mit Jauch un Meest bedeckt. De Huusfroo seeg, dat Otto beten maal utkeek un meen: „De Stevels hett uns lüttje Jung eerst vörgüstern kregen. He passt ja so dorup up!“

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Spruch: „Köst ´n Daler, schmeckt dorna!“

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Sitt up d´ Peerd un söcht dorna.

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En Döntje ut de Wittmunder Buttstraat. Völ Pläseer harrn de Kinner, wenn `t Abend wurr. Se luren al dorup, dat de oll Geesche hör Kinner reep. Dat gung denn so: „Dirk, Adi, Fiedi, Ihno, Richard – rinkomen!“ Sofort keem denn van de anner Kinner achteran: „Pissen, kacken, pupen – un denn in `t Bedd!“

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In Neustadtgödens gab es einen Mann namens Gerdes, und da es so dort viele Menschen namens Gerdes gab, so verpasste man ihm einen Ökelnamen. Er beprahlte immer den Pudding, den seine Frau zubereitete, und so nannte man ihn „Jan Pudding“. Als später die Nachbarschaft baulich erschlossen wurde, zog Dr. Martens dorthin und wenig später Dr. Ennen, so dass Gerdes von Doktoren „eingekesselt“ war. Kurzerhand wurde er umbenannt: er hieß jetzt Doktor Oetker.

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Hinrich Hinrichs, besser bekannt unter dem Namen Hinni Koopmann, hatte das Kolonialwarengeschäft von Kleihauer übernommen. Dann kam das erste Kind, aber mehr sollten es auf keinen Fall werden. Hinni frug also Dr. Büttger um Rat. Der guckte ihn lange an, dann meinte er: „Da wirst du wohl in den sauren Apfel beißen müssen!“
„Wann?“ frug Hinni. „Nicht wann, sondern statt dessen!“ lautete die Antwort.

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Das schönste Weihnachtsfest seit langem
 

„Heute ist Mittwoch“, sagte Claudia Reents zu ihrer Freundin Natascha Rasmussen. Beide Mädchen waren sieben Jahre alt. „Klar, heute ist Kinderspielstunde. Was wir wohl heute machen?“ überlegte Natascha.
„Hoffentlich singen wir heute wieder.“ „Oder wir spielen wieder wie letzte Woche.“

Die beiden Mädchen verabredeten sich, dass Claudia ihre Freundin nachmittags abholen sollte. Fünf Minuten vor drei Uhr rannten beide dann zur alten Schule und waren pünktlich mit den anderen Kindern zur Stelle, denn eine von den zwei Betreuerinnen kam gerade mit ihrem Fahrrad an.

„Ach, da seid ihr ja. Heute besprechen wir mit euch, ob ihr gern mit uns ein Theaterstück einstudieren möchtet.“
Frau Kleys hatte den Satz noch nicht ganz ausgesprochen, als die Kinder schon losjubelten. „Was spielen wir denn?“ wollten die Kinder wissen. Sie waren kaum zu beruhigen.
„Ruhig, setzt euch erst mal, und dann warten wir auf Helene.“ Helene Dietrichs betrat in diesem Moment den Raum. „Hier bin ich doch. Hast Du ihnen schon gesagt, war wir vorhaben, Ilona?“ – „Wissen wir, aber was spielen wir denn?“, platzte Klaus in den Satz von Helene.

„Wir möchten mit euch das Krippenspiel einüben. Wir haben noch fünf Wochen zum Einüben. Wer hat denn überhaupt Lust, mitzuspielen?“ wollte Ilona Kleys wissen. Es meldeten sich 18 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren. „Wir brauchen Engel, Hirten, Maria und Joseph. Und drei Könige. Wer möchte was spielen?“ fragte Helene und wies darauf hin, dass die Gewänder von jedem einzelnen besorgt werden müssen.

Claudia und Natascha wollten Engel sein und hatten auch das Glück, ausgewählt zu werden. Am Ende, als alle Rollen verteilt waren, bekam jedes Kind einen Brief für die Eltern mit, in dem die Einzelheiten aufgeführt waren und die Erlaubnis erbeten wurde. Freudestrahlend trennten sich Claudia und ihre Freundin, und Claudia erzählte daheim aufgeregt von ihrer Rolle als Engel.

„Wir sollen ein altes weißes Laken nehmen oder so, und möglichst weiße Strümpfe.“ „Heh“, unterbrach die Mutter den Redeschwall ihrer Tochter, „Die Aufführung ist erst in fünf Wochen, das Gewand hat wohl noch Zeit.“
„In zwei oder drei Wochen wollen wir mit den Gewändern proben“, meinte Claudia.

Eine Woche verging und Claudia erinnerte ihre Mutter jeden Tag an das Kostüm.

„Ich muss los, heute bekommen wir die Texte“, sagte Claudia und ihre Wangen wiesen rote, hektische Flecken auf. Dann verschwand sie. In der Spielstunde, die jetzt in Theaterstunde umgetauft wurde, übten die Amateur-Schauspieler, den Text abzulesen. Anfangs stotterte Claudia häufig, aber je öfter der Text probiert wurde, desto besser lief es.
„Überredet eure Eltern, dass sie mit euch den Text einüben, aber quält sie nicht zu sehr“, versuchte Helene ihren ersten Satz abzuschwächen, als ihr bewusst wurde, was sie da heraufbeschwor. Vergangenes Jahr kamen häufig Beschwerden über das Einstudieren mit den Eltern. Viele Mütter und Väter wurden so sehr genervt, das einige beinahe die Beherrschung verloren hatten. Und so vergingen wieder zwei Wochen und Claudia hetzte ihre Mutter.

„Mama, du musst noch mal abfragen. Und was ist mit dem Gewand? Hast du es fertig?“ „Ja, es ist fertig“, erwiderte die Mutter. Sie dachte an die vergangenen drei Tage. Claudia den ganzen Tag. Und dann fing sie auch noch an, das Kostüm zu kritisieren.
„Das Gewand ist zu lang. Kannst du es nicht verzieren?“
Und so griff Mutter zu Nadel und Faden, natürlich nur zwischen dem Essenmachen, dem Textabfragen und am Ende verzierte sie das Engelskind mit goldenen Stickereien. Nun hoffte sie auf etwas Ruhe. Claudia packte das weiße Tuch ein und dazu noch eine lange Kordel. Und los ging es. Für eine Stunde hatte die Mutter Ruhe.

„Dann zieht mal eure Sachen an und dann gehen wir in die Kirche.“ Schreiend stürmten die Kinder zum Gotteshaus und die Betreuerinnen liefen hinterher. Die Proben liefen hervorragend ab, nur wenige Versprecher kamen vor. Und so wurde die Generalprobe auf den 23. Dezember gelegt.

„Falls jemand ausfallen sollte, müsst ihr mir sofort Bescheid sagen. In diesem Sinne: Bis zur Generalprobe.“ Damit verabschiedeten sich Ilona Kreys und Helene Dietrichs. Die „Schauspieler“ erlebten die letzten Tage bis zur Generalprobe mit wachsender Spannung, die auch auf die Eltern übersprang.

Zur Freude aller wurde die Generalprobe ohne Zwischenfälle beendet; nun waren nur noch 24 Stunden bis zur Premiere zu überstehen. Claudia gab nie zu, dass sie aufgeregt war, obwohl man es ich sehr wohl ansah.

Um 18 Uhr fing der Gottesdienst an und die Kirche war überfüllt. Es mussten extra Stühle gebracht werden, damit alle einen Platz fanden. Nach der Predigt traten die Nachwuchsschauspieler auf. Claudia war sehr aufgeregt und hatte Angst, dass sie ihren Text vergessen würde. Und als sie mit den anderen Engeln im Chor ihren Text aufsagen musste, hätte sie sich beinahe verschluckt,

Aber dann lief doch alles unproblematisch. Und als am Ende des Gottesdienstes ein Fotograf kam und ein Foto von der Gruppe machte, war Claudia ungeheuer zufrieden. Zu Hause wurde Claudia von ihren Eltern und Verwandten beglückwünscht und beschenkt.

Dieses Weihnachtsfest war nicht nur für Claudia das schönste seit langem.

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Kein Weihnachtsmann - Kein Spinat
 

Wieder einmal brach die Vorweihnachtszeit an. Man konnte die Düfte der Weihnachtswaffeln in allen Straßen riechen, und die Eltern waren schon jetzt auf der Suche nach den oft sehr ausgefallenen Wünschen ihrer Kinder, um dem Weihnachtsgetümmel zu entgehen.

So dachten auch Stefanies Eltern. Sie warteten nur noch auf die Rückkehr ihrer Tochter, um mit ihr zu Mittag zu essen. Sie musste jeden Moment aus der Schule kommen. Stefanie war acht Jahre alt und besuchte die dritte Klasse. Obwohl Steffie sehr intelligent war, glaubte sie noch an den Weihnachtsmann.

Plötzlich ging die Küchentür auf und Steffie trat ein. „Hallo. Ich habe einen Riesenhunger, was gibt es denn“, begrüßte sie ihre Eltern. – „Da bist du ja. Es gibt Spinat“, erwiderte die Mutter. „Ach nein, nicht Spinat.“ „Du wirst deinen Spinat essen, sonst bringt dir der Weihnachtsmann nichts zum Heiligen Abend“, sagte der Vater so, dass Steffie keine Möglichkeit sah, ihren Spinat doch zu umgehen.

Widerwillig aß sie ihren Teller leer. – „Ach ja, Weihnachten. Wir hatten heute Religion bei Frau Fink. Nächste Woche will sie über das Weihnachtsfest reden und weshalb es gefeiert wird!“ meinte Steffie.

Ihre Eltern sahen einander fragend an. Als sie nach dem Essen im Wagen saßen und in die Einkaufsstadt fuhren, brach der Vater sein Schweigen. „Sollen wir sie aufklären?“ fragte er nur. „Ich werde heute Abend bei Frau Fink anrufen und fragen, ob sie die Sache mit dem Weihnachtsmann wirklich aufdecken will“, erwiderte seine Frau.

Am Abend fand dann das Gespräch statt. „Also sind Sie der Meinung, dass wir Steffie alles erzählen sollten?“ vergewisserte die Mutter sich noch einmal. „Ja, unbedingt. Ihre Tochter ist intelligent und verständnisvoll, sie wird es verstehen“, versicherte Frau Fink.
Nach dem Gespräch sah die Mutter ihren Mann an und sagte nur: „Es muss wohl sein.“ „Wann werden wir es ihr sagen?“ wollte dieser wissen. „Im günstigsten Moment.“ – Dieser kam erst zwei Tage vor der Religionsstunde. Beim Abendessen dann fing Steffies Vater an: „Stefanie, höre mir mal bitte zu. Deine Mutter und ich müssen dir etwas sehr wichtiges sagen.“

„So was denn?“ wollte Steffie wissen. – „Also, das ist so. Du weißt doch, was wir dir über den Weihnachtsmann erzählt haben?“ Stefanie nickte leicht verwirrt. „Also, was wir dir sagen wollen, ist: Es gibt ihn nicht.“ Jetzt war es ausgesprochen. Mutter und Vater warteten auf eine Reaktion von ihrer Tochter.

Als sie ausblieb, sprach die Mutter weiter. „Der eigentliche Grund für Weihnachten ist Jesus. Er wurde Heiligabend geboren.“ – „Und er bringt uns die Geschenke?“ wollte Steffie jetzt wissen. Der Vater, der die Sache bereits als überstanden sah, kam ins Stottern. „Tja, also eigentlich nicht.“

„Aber wer bringt uns die Geschenke?“ drängte die Tochter. – Die Mutter überwand sich. „Wir besorgen die Geschenke. Sei uns deshalb aber bitte nicht böse. Wir haben dir den Weihnachtsmann nur eingeredet, weil es für ein Kind leichter zu verstehen ist.“

Für einen Moment wirkte Stefanie sehr konzentriert, dann ging plötzlich ein Leuchten über ihr Gesicht. „Ich bin euch überhaupt nicht böse – denn wenn es den Weihnachtsmann nicht gibt, könnt ihr mich mit ihm ja auch nicht zu meinem Spinat überreden!“

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Wer glaubt denn noch an den Weihnachtsmann?

 

Anna, sieben Jahre, freute sich riesig das bald Heiligabend war. Noch drei Tage, dann war es soweit. Doch ihre Freude sollte bald gedämpft werden; das Verhängnis erwartete sie in der Gestalt ihrer zehnjährigen Freundin Claudia, mit der sie sich zum Spielen verabredet hatte.

Als Anna bei Claudia läutete und Claudias Mutter die Tür öffnete, fragte Anna: „Kommt Claudia?“ „Ich weiß nicht, aber ich werde sie fragen. Komm doch rein“, antwortete Claudias Mutter, während sie sich umdrehte und auf Claudias Zimmer zuging. „Claudia, Besuch für dich, Anna.“ „Ich komme“, sagte die Angesprochene.

Gesagt, getan. In wenigen Minuten war Claudia fix und fertig angezogen. „Schade“, sagte sie, „Dass noch kein Schnee liegt, dann könnten wir eine Schneeballschlacht machen!“ „Oder einen Schneemann bauen“, antwortete Anna, und sie bekam ganz rote Wangen vor Aufregung.

Aber auch ohne Schnee ließ es sich gut spielen. Die Zeit verstrich; plötzlich fragte Claudia: „Sag mal, Anna, glaubst du noch an den Weihnachtsmann?“ „Natürlich, wer soll denn sonst die Geschenke bringen!“ antwortete Anna ganz empört.

Claudia fing schallend an zu lachen. „Was hast du?“ fragte Anna beleidigt. „Was hast du?“ schrie Anna noch einmal, nachdem Claudia nicht reagierte. „Du glaubst noch an den Weihnachtsmann?“ rief Claudia laut lachen. „Natürlich!“ flüsterte Anna, jetzt doch leicht verunsichert. „Soll ich dir was sagen, Anna! Als ich neulich in der Küche saß, da packte meine Mutter die Geschenke ein, hörst du, meine Mutter!“ „Hör auf!“ schrie Anna, „das stimmt nicht! Der Weihnachtsmann bringt die Geschenke!“ Weinend rannte Anna davon. Erst als es dunkel wurde, ging sie nach Hause.

Die Tage vergingen – Anna konnte sich gar nicht mehr so recht auf Weihnachten freuen. Sie war total durcheinander; gab es nun den Weihnachtsmann oder gab es ihn nicht?

Dann kam der 24. Dezember heran – Heiligabend. Der Tag schien für Anna alle Bedeutung verloren zu haben. Zwei Stunden bis zur Bescherung, das Warten und damit die Ungewissheit wurde zur Qual. „Anna, Essen kommen“, rief schließlich di9e Mutter. Langsam schlich Anna in die Küche. Das Essen schlang sie herunter, der Appetit war ihr vergangen.
„Anna, was ist denn? Freust du dich denn gar nicht auf die Bescherung?“ „Doch, doch2, log Anna, dabei war ihr zum Heulen zumute.
Eine Viertelstunde noch zur Bescherung. Mutter deckte den Tisch ab. Fünf Minuten noch. Anna stellte sich mit ihren Eltern vor die Wohnzimmertür. Plötzlich fiel Anna auf, dass ihr Vater auch wartete; war er in den vergangenen Jahren nicht immer vor der Bescherung verschwunden gewesen?

Plötzlich wurde die Wohnzimmertür von innen geöffnet und in der Tür stand… der Weihnachtsmann. Es gab ihn also doch! Anna fiel dem Weihnachtsmann so um den Hals, dass sie ihn fast erdrückte. All` ihre Zweifel lösten sich auf und der Kummer verschwand.

Erst nach einer Weile ging Anna zu ihren Geschenken und packte sie aus. Dann war Schlafenszeit und ihre letzten Gedanken kreisten um ihre Freundin Claudia: Sie hatte nicht Recht gehabt, denn sie hatte den Weihnachtsmann persönlich gesehen.

In der Küche stießen die Eltern mit dem Weihnachtsmann mit einem Glas Sekt an: „Wir danken Ihnen sehr, Herr Winter, dass Sie für unsere kleine Anna so überzeugend den Weihnachtsmann gespielt haben. Gut dass Sie das Gespräch zwischen Anna und Claudia mitgehört haben.“
„Ja, und mir hat es auch eine große Freude bereitet. Es war auch für mich das schönste Weihnachtsfest seit vielen Jahren!
Frohe Weihnachten!“

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Stephan Janßen
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