Aktualisiert am 01.05.2010
Feuersteinbeil ist rund fünf Jahrtausende alt
Fund aus Trichterbecher-Kultur durch Leitung auf Spülfeld
Vom 06. Mai 1981
Wittmund/Leerhafe. Einen seltenen Fund machte Otto Siuts (65) aus Asel, Gastweg 4, als er im April seinem Schwager in Tjüchen, Gemarkung Leerhafe, bei der Feldarbeit half. Als er bei der Haferaussaat Kiebitznester markierte, fand ein Feuersteinbeil, das nach Feststellung der Ostfriesischen Landschaft rund 5000 Jahre alt ist.
Am 28. April wurde der Fund der Ostfriesischen Landschaft gemeldet. Am Dienstag kam Geländetechniker Hans Schwarz von der Ostfriesischen Landschaft, zuständig für die archäologische Landesaufnahme Ostfriesland, nach Asel, um Otto Siuts für die Überlassung des überaus seltenen und wertvollen Fundstücks zu danken, denn, so Schwarz, bestehe zwar für archäologische Funde eine Melde-, aber keine Abgabepflicht. Es handelt sich um ein Feuersteinbeil aus der Trichterbecher-Kultur (2500-3000 v. Chr.). Die Leute damals waren Ackerbauer und Viehzüchter, sie errichteten die bekannten Großsteingräber.
Der zurechtgeschlagene und dann mittels Wasser und Sand sauber geschliffene Feuerstein war über die Jahrtausende hinweg im Erdreich patiniert. Seine Abmessungen: Länge 10,7 cm, Schneidenbreite 6,2 cm, Nackenhöhe 4 cm, Nackenstärke 1,2 cm, größte Steindicke 2,9 cm. Solche Steinbeile wurden geschäftet. Hans Schwarz berichtete, dass die genaue Fundstelle nicht Tjüchen sei. Der Stein gelangte durch eine Spülleitung vom Rand des Wittmunder Tiefs bei der Dohuser Brücke auf das Spülfeld in Tjüchen, das 1963/64 aufgespült wurde.
Die Ostfriesische Landschaft vermutet weitere Fundgegenstände in vielen Gebieten und fordert Wanderer, Hobbyarchäologen und Feldarbeiter zu sorgfältiger Beobachtung auf. Die Fundstelle des Feuersteinbeils in Tjüchen wird die Ostfriesische Landschaft zu gegebener Zeit selbst eingehend in Augenschein nehmen. Bisher wurde allerhöchstens zehn solcher Steinbeilfunde in ganz Ostfriesland gemacht.
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Stephan Janßen
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