Aktualisiert am 01.05.2010
Erster Gebietsänderungsvertrag
Zusammenschluß zwischen der Stadt Wittmund und der Gemeinde Asel
Vom 30. Juni 1971
W i t t m u n d. Gestern erfolgte im Rathaus zu Wittmund die Unterzeichnung des Gebietsänderungsvertrages zwischen der Stadt Wittmund und der Gemeinde Asel über den Zusammenschluß dieser beiden Gemeinden mit dem 1.1.72. Die Regelung gilt vorbehaltlich der gesetzlichen Genehmigung durch den Landtag, der ein entsprechendes Gesetz erlassen wird.
Seitens der Stadt Wittmund waren Bürgermeister Dr. Schulze und Stadtdirektor Potthoff, von Asel der Bürgermeister Bennen und stellv. Bürgermeister Wedekämper erschienen. Bürgermeister Dr. Schulze unterstrich die Bedeutung dieses wichtigen Schrittes, des ersten Zusammenschlusses anlässlich der Gebietsreform im Kreise Wittmund. Damit werde, wie der Vertreter der Stadt hervorhob, ein geschichtlich gewachsenes Gebilde mit neuem Leben versehen, denn „was wir anstreben ist ein Zusammenschluß früher bereits zusammengehöriger Gemeinden. Wir sind auch willens, aus dieser Großgemeinde etwas zu machen und den Menschen die Zukunft leichter zu gestalten“.
Stadtdirektor Potthoff erwähnte, daß sich solche „historische Augenblicke“ im Leben einer Gemeinde nur einmal vollziehen und er erinnerte weiter an die letzte Gemeinderatssitzung in Asel, in der die Vertreter der Gemeinde Asel auch deutlich zum Ausdruck brachten, daß „sie wohl wissen, was sie wollen“.
Stellv. Bürgermeister Wederkämper hob hervor, daß es gewöhnlich Schwierigkeiten geben, wenn Stadt und Land zusammenkommen, man verlasse sich jedoch auf den Stadtrat von Wittmund, daß Asel gefördert werde. Wedekämper schloß mit dem Hinweis: „Von unserer Seite aus soll es nicht an einer guten Zusammenarbeit mangeln“. In diesem Sinne sprach sich auch Bürgermeister Bennen aus.
Erwähnung verdient der Absatz aus dem unterzeichneten Vertrag, daß die Höhe der derzeitigen Steuersätze ab 1.1.1972 fünf Jahre bestehen bleibt. Finanzzuweisungen, die aus Anlaß des Zusammenschlusses der Stadt Wittmund mit der Gemeinde Asel seitens des Landes Niedersachsens gewährt werden, sollen zur Verbesserung der Infrastruktur im Ortsteil Asel Verwendung finden. In der eingegliederten Gemeinde gilt das bisherige Ortsrecht für eine Überganszeit von 5 Monaten nach Inkrafttreten dieses Vertrages fort. Die bisherige Gemeinde Asel erhält einen Ortsvorsteher.
Ein dringender Wunsch des neuen Ortsteils Asel ist es, einen Radweg mit der Stadt zu erhalten. In dieser Hinsicht sind schon in der letzten Zeit verschiedene Schritte unternommen worden, die – wie man hofft – in absehbarer Zeit zum Erfolg führen.
In der Gemeinde Asel sind 113 Häuser vorhanden, in denen knapp 400 Einwohner wohnen. Die Gemeinde besitzt 20 Bauernhöfe mit über 10 Hektar. Beachtlich ist die alte Kirche, die zurzeit renoviert und voraussichtlich am 18. Juli der Öffentlichkeit wieder übergeben wird. Bekanntlich besitzt Asel ein Freizeitheim, zu dessen Gründern der damals hier tätige spätere Sup. Schaaf gehörte, der seiner Zeit Jugendpastor von Ostfriesland war. Nach Ansicht des früher hier tätigen Pastoren Cösters ist der Name Asel auf das lateinische aqua = Wasser zurückzuführen. Asel war vor Jahrhunderten bei Sturmfluten eine Insel, die Schutzsuchenden in ihrer hohen Kirche Unterkunft gewährte.
Die Einwohnerzahl der Gemeinde hat sich in den letzten 200 Jahren kaum verändert. Bereits 1793 zählte man hier 321 Einwohner, diese Zahl hielt sich mit leichten Schwankungen bis zum Einsetzen des Flüchtlingsstromes nach dem zweiten Weltkrieg. 1946 gab es in Asel 492 Personen, am 1.1.1965 waren aber nur 337 vorhanden.
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Stephan Janßen
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