Aktualisiert am 01.05.2010
„Hilfe, ich habe Schmerzen“
Jugendrotkreuz Jeverland stellte die Horrorszenen in Asel lebensecht nach
Vom 05.11.2005
Bis zu drei Stunden verbrachten die
jugendlichen Darsteller in der Maske.
ASEL/WITTMUND
„Hilfe, ich habe solche Schmerzen und wo ist Elfriede?“ Fürchterliche Schreie dringen durch das gleichmäßige Atmen der Feuerwehrleute in ihrem Atemschutz. Opfer mit schwersten Brandverletzungen werden von den Männern aus der Jugendbildungsstätte Asel geborgen. Immer wieder rennen scheinbar orientierungslose Verletzte an den Menschen vorbei, die am Weg stehen und den Szenen zusehen.
Die groß angelegte Übung, in der das Zusammenspiel von Feuerwehr, Rettungsdienst und DRK am Sonnabend in der Jugendbildungsstätte Asel beobachtet werden sollte, ließen den Zuschauern leichte Schauer über den Rücken laufen. Die 30 Mitglieder des Jugendrotkreuzes Jeverland mimten die Verletzten und das lebensnah.
Bereits am Vormittag hatten die Leiter Anne-Dominique Leroy und Andreas Folkers von JRK mit den Vorbereitungen für die Übung, die von den Wittmunder Feuerwehrleuten Ralf Köllner und Heino Hallmann ausgearbeitet wurde, begonnen. Bis zu drei Stunden verbrachten die Jugendlichen und Kinder in der Maske, um die Situation für die Übungsteilnehmer realistisch nachzustellen. Die Jeveraner haben sich auf solche Übungen spezialisiert.
Um 14.12 Uhr wurde der Alarm durch die Leitstelle Wittmund ausgelöst: „Gebäudebrand mit Verletzten bei der Jugendbildungsstätte.“ Nur drei Minuten später erklang das erste Martinshorn der Wittmunder Feuerwehr, die bereits um 14.19 Uhr in Asel eintraf. Schnell wurden auch von den noch angeheuerten Kollegen aus Ardorf, Burhafe, Leerhafe und Carolinensiel unter schwerem Atemschutz die Verletzen geborgen.
Nun galt es für Rettungsdienst, Notärzte und Deutsches Rotes Kreuz, diese so schnell wie möglich zu versorgen. Dazu wurde auch ein Rettungszelt auf dem Parkplatz der Jugendbildungsstätte errichtet und das alles unter den kritischen Augen von Kreisbrandmeister Wilfried Janssen und Uwe Hinrichs, Ordnungsamtsleiter des Landkreises. Neben der Bergung der Verletzten, ging es vor allem auch darum diese in Kategorien einzuteilen, von leicht bis schwerstverletzt. Im Ernstfall ist dieses Vorgehen für die Rettungskräfte sehr wichtig. „Schicke ich einen Patienten mit dem Krankenwagen los, dann muss ich mir darüber im klaren sein, dass dieser Wagen unter Umständen 45 Minuten unterwegs ist“, erklärte der leitende Notarzt Dr. Hans-Hinrich Grafemann. Im Ernstfall geht man davon aus, dass man für einen Verletzten vier Rettungskräfte benötigt.
Bis in den späten Nachmittag dauerte diese Übung, an der allein von den Feuerwehren 120 Kräfte teilnahmen, zudem kamen 45 Frauen und Männer des Deutschen Roten Kreuzes, drei Notärzte und fünf Rettungsdienstmitarbeiter.
Beim anschließenden Abschlussgespräch tauschten Hinrichs, Janssen, der Stadtbrandmeister Mario Holzke, die Feuerwehrmänner Hallmann und Köllner, Werner Schöneck vom DRK in Esens, Landrat Henning Schultz und auch der leitende Notarzt Grafemann ihre Erfahrungen aus. „Diese Übung war für uns alle Neuland, aber trotzdem kann man sagen, dass sie hervorragend gelaufen ist“, lobte der Kreisbrandmeister.
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Stephan Janßen
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