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Auf einen Blick

 

Schulort Asel

Lehrer zu Uttel

 

Aktualisiert am 01.05.2010

 

Der „Schul-Catalogus“ von Asel
Der Lehrer Ernst fertigte ihn an
Vom 09.04.1983

Einen interessanten Einblick in das Schulleben um 1850 gestattet uns der „Schul-Catalogus“ von der Schule zu Asel. In einem Verzeichnis werden 78 Schülerinnen und Schüler aufgeführt. Diese relativ hohe Zahl erklärt sich daraus, daß die Kinder aus den umliegenden Ortschaften wie Barg, Warf, Horst, Klinge, Nortis, Hornum, Hogehörn und Schluis ebenfalls in Asel eingeschult waren. Diese sogenannte Schul-Catalogus für den Jahrgang 1844/45 wurde angefertigt von dem damaligen Lehrer Gottfried Ernst und das, wie man auf dem Repro sehen kann, mit sehr viel Mühe und großem zeichnerischen Können. Durchgesehen wurde der „Catalogus“ von dem Prediger Franz-Heinrich Nordhausen und eingesandt von dem „Inspectore“ Hafner.
Die Bezahlung der Schullehrer dürfte nicht sehr üppig gewesen sein, denn als Nebenbeschäftigung wird Vorsänger und Küster angegeben. Oftmals waren sie auch noch in handwerklichen Berufen tätig, wie man u. a. einem Aufsatz in der Heimatbeilage vom 19.8.1970 entnehmen kann. („Der Lehrer fiel beim Scheunenbau vom Dach“. Verfasser Lehrer Heinrich Popken). Das Schulgeld betrug für Asel jährlich insgesamt 80 Reichstaler, laut Liste wurden drei bis sieben Kinder gegen Vergütung aus der Armenkasse unterrichtet.
Nach der heutigen Ferienordnung hätten sich die Kinder (und Lehrer!) wahrscheinlich alle Finger geleckt; damals war es damit jedenfalls nicht allzu gut bestellt. Zu Weihnachten gab es 8 bis 14 Tage, um Ostern 14 Tage, um Johanni 8 Tage und um Michaelis 14 Tage.

Wie die „Machtverhältnisse“ an den damaligen Schulen beschaffen waren, wird aus den zu beantwortenden Fragen im „Schul-Catalogus“ ersichtlich: Hat der Schullehrer neun Fragen zu beantworten, sind es für den Prediger zwölf und für den „Schul-Inspectore“ drei. Auch der Frageninhalt zeigt uns, daß die Kirche zu damaliger Zeit eine weitaus größere Rolle im Schulleben spielte als es heute der Fall ist. So antwortete der Schullehrer auf Frage 4, „ob er dem Prediger in dem Monate ein Verzeichnis der in dem vergangenen Monate ausgebliebenen und unfleißigen Kinder übergeben habe?“, mit „Ja“. Unter Frage 5 wird der Lehrer gefragt, ob er die Erinnerungen und Anweisungen des Predigers gehörig benutze und befolge, die dieser ihm während des wöchentlichen Schulbesuchs gegeben habe. Die Fragen 8 und 9 lauten sinngemäß, ob jedes Kind in der Schule mit einer Bibel und dem hann. Catechismus versehen sei und ob er die Jugend fleißig im Kirchengesang übe.
Aufschlussreich auch die Frage, welche Bücher er bei dem Schul-Unterricht benutze. Aufgeführt sind hier „die Bibel, das Gesangsbuch, hann. Catechismus, hl. Catechismus, der Kinderfreund, das ABC-Buch und verschiedene Rechenbücher“.

Der Prediger bestätigt, daß das Schulgebäude „gut und passend sey“ und daß die Kinder die Schule „zumeist fleißig benützen“. Mit dem Wachsthum der Jugend in der Erkenntniß stehe es gut. Er bestätigt dem Lehrer Tüchtigkeit und daß er die Kinder „human“ behandele.
Mit dem Schulbesuch im Sommer scheint es in dieser Zeit nicht gut bestellt gewesen zu sein, denn unter Frage 11 an den Prediger wird dies von vornherein unterstellt. Die Antwort lautet dann auch, daß die Sommerschule zwar ordentlich abgehalten werde, „nur von den Kindern wenig besucht werde wegen Feldarbeit“.

Unter „Anmerkungen des Inspectores“ wird dem Prediger in bezug seiner Geschicklichkeit, seiner Lehrart, seines Fleißes und Aufsicht über das Schulwesen „ein rühmliches Zeugnis“ ausgestellt.
Es folgt dann ein Verzeichnis der Namen, an deren Spitze Harms, Janssen, Jabben, Willms, Mammen, Tjarks, Schönbohm und Roolfs stehen. Aber auch Namen wie Wichmann, Pannbacker, Nordhausen (Anna, wahrscheinlich eine Tochter des damaligen Predigers) zu finden sind, die heute nicht mehr in Asel vertreten sind. Das Alter der Kinder ist zwischen 5 und 13 angesiedelt, beschrieben wird auch das Verhalten der Kinder: Hier reicht die Palette über „mäßig, wohl, nett, löblich, recht gut, bis hin zu kränkelnd“.
Den Abschluß bildet eine Auflistung der pro Woche erlernten Kirchenlieder (bis zu 8 Strophen) und Bibelstücke, mit der Anmerkung versehen, daß „von den fähigen Kindern
- gerade nicht immer in religiöser Beziehung – noch etwas mehr notiert und freiwillig auswendig gelernt worden“ wäre.

                                                                                     Wilfried Janßen, Asel

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Stephan Janßen
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