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Aktualisiert am 01.08.2009

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Wittmunds Radwegenetz ist um eine Strecke reicher

jetzt führt ein Wirtschaftsweg von Asel nach Eggelingen

Vom Juli 2006

Wer die Hintergründe nicht kennt, der schüttelt ungläubig den Kopf. Mehr als 30 Jahre hat es gedauert, einen Radweg von Asel nach Eggelingen zu verwirklichen.

Ostfriesische Dickschädeligkeit muß sich hinter bayerischer Dickschädeligkeit nicht verstecken, der Stoff ist immer gut für einen Bauernschwank.

Aber jetzt, wir müssen nun nicht mehr daran rütteln, weil die letzten, die entscheidenen Meter der Anbindung von der Straße Hornum an die Achse Wiefels-Scheep-Eggelingen kurz vor der Vollendung stehen.

Der feste Unterboden ist eingebracht und das schöne Zusätzliche daran, der Auftrag wurde von unseren Bokelmännern verwirklicht, die den Auftraggeber (das ist das Amt für Agrarstruktur, das Verbindungsstück gehört in den Rahmen der Flurneuordnung) durch die angebotenen Materialien überzeugen konnten. Das Tiefbauunternehmen der Harlestadt besitzt das Know How Receyclingmaterial in besonders guter Qualität herzustellen (wesentlich geht es hier um Umweltverträglichkeit), das für den Laien wie normaler Schotter aussieht, nach und nach sich aber so verfestigt, dass eine glatte Fahrbahn entsteht.

Also, die Radwegverlängerung ist offiziell eine Verbindungsstraße für landwirtschaftliche Nutzung. Aber das muß uns nicht interessieren. Eher noch wird es um leidliche Haftungsfragen gehen. Die Straße Hornum ist öffentlich, Wiefels-Scheep-Eggelingen ebenso, die Verbindung ist noch zu widmen.

Während diese Zeilen erscheinen, sollte die Frage bereits beantwortet sein, und eigentlich müßte es auch ein echtes Dörferfest geben. An dieser Stelle schon einmal herzlichen Glückwunsch sowohl an Asel wie auch an Eggelingen.

Übrigens, zum Eggelinger Dorffest nutzten die Aseler bereits die neue Verbindung. Auch über eine Einweihungsfeier für den neuen Wirtschaftsweg wurde bereits gesprochen. Allein, die Terminfindung ist schwierig. So wird es wohl Ende August werden, ehe Asel-Eggelingen zum Dörferfest zusammenkommt.

Asels Ortsvorsteher Wilfried Janßen, der die Verlängerung der Hornumer Straße ebenfalls schon seit Jahrzehnten forderte, kann mit der Definition statt eines Radweges einen Wirtschaftsweg bekommen zu haben, gut leben.

Ohne das Amt für Agrarstruktur wäre das kleine Straßenstück angesichts leerer öffentlicher Kassen kaum zu verwirklichen gewesen.

Nun aber bieten sich längs des gesamten Weges ja auch neue Chancen für das zarte Pflänzchen Fremdenverkehr in Asel. Ein Melkhus, Außer-Haus-Verkauf, vielleicht das Wagnis eines Fremdenzimmers, der sogenannte sanfte Tourismus, zu dem auch die Radtouristik gehört, besitzt Wachstumschancen, denn vom neuen Weg (der in Anlehnung an den Willi-Lüpke-Padd in Eggelingen eigentlich den Namen des Aseler Ortsvorstehers erhalten müßte) läßt sich ein viele, viele Kilometer langes und schönes Radwegenetz bis an die Küste erfahren.

Die Aseler haben ungeachtet des Projektes Hornumer Weg noch einen weiteren wichtigen Wunsch, nämlich die Verlängerung des Dohuser Weges nach Isums.

Radfahren an der Südumgehung ist ein großes Wagnis, der Umweg durch Wittmund arg lang, am besten wäre dann noch ein Radweg an der Harle bis zum Schwimmbad. Das müßte noch nicht einmal so sehr kostenaufwendig geschehen. Schließlich reicht es auch, beim Ausbau so zu verfahren wie von Fahnhusen nach Funnix.

Und sind erst einmal zwei Teilstücke an der Harle mit dem Rad fahrbar, dann könnte einmal der Traum Wirklichkeit werden, zu Fuß oder mit dem Rad längs der Harle von Wittmund bis nach Harlesiel und umgekehrt zu gelangen.

In der Erweiterung des Radwegenetzes in und um Wittmund bleibt dann noch ein zweiter großer Wunsch, eine Verbindung zwischen Till-Uthörn über die Harle nach Willen. Auch diese Idee zirkuliert bereits seit Jahrzehnten, doch hier wird es wohl kaum zu einer Finanzierung über landwirtschaftliche Töpfe kommen.

Andererseits gibt es, was die möglichen Kosten betrifft, durchaus eine „Hausnummer“.

Im Wittmunder Rathaus wird von einem Investitionsbedarf von 300.000 Euro ausgegangen.

Also, Sponsor(en) gesucht, eine Erbschaft vielleicht. Eine Namensgebung „Max und/oder Frieda-Mustermann“-Weg, da wäre der Stadtrat vielleicht geneigt zuzustimmen.

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Stephan Janßen
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